Freitag, 22. Juli 2011

Initiative für leckeren Espresso

Ja, ich geh' euch mit dem braunen Getränk erneut auf den Keks.
Eben habe ich in einem Foto-Ordner ein Bild eines "braunen Getränks, das ein Espresso sein soll" aus einem hippen Karlsruher Café wiedergefunden:


Das "Getränk", das mit einer mehrere tausend Euro wertigen Siebträgermaschine bezogen wurde, kam so an den Tisch. Es stand nicht 30 Minuten rum und ja, das ist laut Ausschreibung auf der Karte ein Espresso.
Der Geschmack: Braunes Wasser, viel zu viel Inhalt/Wasser, rudimentäres Kaffee-Aroma, aber nur sehr zaghaft.
Preis: zu teuer

"Jaaa, aber das sieht doch lecker aus. Ein kleiner, schwarzer Kaffee. Weiß gar nicht, was du hast. So sieht der in meinem Stamm-Café immer aus und mir schmeckt's..", na, wer denkt das gerade? ;)
Gut, ist ein Argument; jeder mag etwas Anderes.

Ich mag es eher so:


Ein doppelter, sieht nicht nur wie flüssige Schokolade aus, schmeckt auch so. Oder latent nach Nüssen, Mandeln, Marzipan oder gar Blaubeeren oder anderen Früchten (je nach Bohne).

Deswegen meine Bitte:
Wenn ihr in einem Café für 1,90€ oder mehr eine braune Plörre wie in Bild 1 ausgeschenkt bekommt, haut es dem Barista um die Ohren! Aber bitte so, dass ihr nicht juristisch dafür belangt werden könnt oder der Arme ins Krankenhaus muss.
Deutschlands Cafés schenken viel zu viel "braunes Wasser" als Espresso aus.
Das liegt gewiss zum Teil an der Unkenntnis des Kunden, wie so ein Getränk aussehen und vor allem schmecken kann; wenn ich immer nur trockenes Rindfleisch gegessen habe, weiß ich auch nicht, wie es anders,d.h. saftig/nicht durchgebraten schmecken kann. ;)
Und es liegt auch am ungeschulten Personal, das oftmals nicht mehr als ein "Hier, da kommt der Kaffee rein, hier spannste den Siebträger ein und dann drückste auf den Knopf!" als Bedienungsanleitung seitens ihres Chefs mit auf den Weg bekommen.
Es wäre so geil, ja, ich muss es so sagen, wenn sich die Kaffeekultur wandeln würde..

Beschwert euch, wenn es euch nicht schmeckt. Nicht nur im Bezug auf den Espresso nach dem Essen, auch und gerade, wenn das Essen Fehler aufwies.
Kritik ist kein Angriff auf Leib und Leben und sollte der Verbesserung dienen, da man nur mittels Feedback mitbekommt, was gut und was minder gut läuft.


TIPP:
Die Orte, wo es leckeren Espresso geben könnte, sind oftmals gut versteckt, manchmal jedoch sind sie näher als man denkt. Ein paar Namen und Adressen findet man u.a. hier -
Der beste Espresso der Stadt

oder hier

Coffee Map

oder aber hier

Die besten Cafés
(Danke, Vivaldi, für den Link)
 


Reinstöbern und überraschen lassen...

Donnerstag, 21. Juli 2011

O sole mio, wo biste?

..fällt euch was auf?
Der Sommer ist aus.
Nix mehr da. Alles abverkauft. Kommt auch so fix nicht wieder rein, so scheint es.

Mir wäre zwar wirklich nicht nach 38°C und schwüler Hitze, aber so angenehme 26°C mit einer leichten Brise, das wäre nett.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Latte Art vom Anfänger und weitere Fachsimpeleien

..ihr kennt das - ihr sitzt in einem Café, bestellt einen Cappuccino oder Latte macchiato und der Milchschaum, der auf dem Getränk thront, ist fest, löffelbar, bauschaumig.
Ungefähr so.

Die Kaffee- bzw. Espresso-Enthusiasten (oder auch "Nerds" geschimpft) hassen sowas. ;)
Der Milchschaum sollte mehr einer Creme gleichen, weich, feinporig und man sollte keine Wände damit hochziehen können.
Die Frage, die nun eventuell aufkommt, "Wie bekomme ich denn solchen Schaum hin?" ist berechtigt.
Ich hole ein wenig aus..

Meine persönlichen Anfänge waren mit der Bialetti Dama, einem Herdkännchen.
Aber das Ergebnis ähnelt eher einem Mokka als einem Espresso.
Dann kam anno 2007 eine Senseo für den Kaffee; ich war nie ein Filtermaschinen-Freund und trank eher geringe Mengen, also nie eine ganze Kanne oder mehrere am Tag.
Gerade noch in meinem Archiv gefunden, ich fand sie in der Farbe ja immer schön -


Der Geschmack war ... okay. Ja, sogar lecker je nach Pad. Ich kannte auch nix Anderes. :)
Und nun werkel' ich an einer Siebträgermaschine, einer Faema, die ich bereits vorstellte.
Aber die neue wartet bereits auf ihren Einsatz:






Eine Bezzera Ellisse, eine Gastromaschine aus dem Jahr 1999, komplett unbenutzt, da sie beim gastronomischen Vorbesitzer wider Erwarten nie zum Einsatz kam und zu einem sehr guten Kurs von uns erstanden.
Das Alter ist bei solchen Maschinen relativ - vieles kann man selbst reparieren und ersetzen und diese "Gastrobomber" sind sehr robust und nahezu für die Ewigkeit gemacht.
Momentan steht sie auf dem Wohnzimmerboden, da noch Teile für den Festwasserzugang fehlen.
Ach ja, und es gibt noch eine kleine Handhebelmaschine aus den 60er oder 70er Jahren, eine Arrarex Caravel; hierbei drückt man per Muskelkraft einen Hebel und extrahiert den Espresso:




Diese Maschinen sind für Espressi konzipiert, also für ca. 25-30ml Flüssigkeit für einen einfachen Espresso, unter Druck aus ca. 7-9g Pulver innerhalb von 25-30 Sekunden extrahiert. Bei einem doppelten Espresso verdoppelen sich Kaffeemehlmenge im Sieb als auch Ergebnis in der Tasse, aber nicht die Durchlaufzeit.
Einen "Pott Kaffee" kann man damit nicht machen, also, faktisch schon (statt 25 Sekunden z.B. 1 Minute durchlaufen lassen), aber es schmeckt nicht. Die einzig mir bekannte Option ist das anschließende "Verwässern" des Espressos, d.h. das Hinzufügen von warmem Wasser; nennt sich dann "Americano" und soll noch ganz okay schmecken.
Milchschaum gibt's bei diesen Maschinen quasi "frei Haus" dazu.
Das A und O ist aber bei der ganzen Werkelei eine Mühle, die frische Bohnen fein genug mahlt.(nicht die abgepackten im Supermarkt, die vor Monaten geröstet wurden).
All das ist ein Hobby, eine Leidenschaft und für viele sicher ziemlich bescheuert und übertrieben, ABER man schmeckt einen Unterschied und das ist auch der Grund, warum ich selten bis nie auswärts Espresso & Co. trinke.. ;)

So, genug abgeschweift..

Die ganz, ganz hohe Kunst ist Latte Art.
Und das ist wirklich frustrierend!!!


Erkennt ihr was?
Seht ihr, ich auch nicht.
Irgendeine Mischung aus Furunkel und Pflaume.
Oder hier, sieht aus wie ein menschliches Hinterteil -



Aussehen könnte es z.B. so -> http://www.ashley-spencer.com/ArtIsEverywhere/wp-content/uploads//2008/08/latte.jpg

All das entsteht ohne Schokopulver oder sonstige Tricks, es ist nur Espresso mit Milchschaum.
Ach ja, und Kipptechnik, Gefühl. Übung, Geschwindigkeit..

Samstag, 16. Juli 2011

"Wir sind die sechs von der Müllabfuhr.."

Ein Klassiker, ein wunderbarer Ohrwurm aus "Die Sendung mit der Maus" ist das Müllmännerlied.
Ich -ein altes Mädchen- war zwar 1976 noch nicht geboren, wenngleich evtl. angedacht, aber durch Zufall sah ich das Video letzte Woche der Maus-Nacht im WDR.

So sahen die Menschen damals wirklich aus, liebe Kinder. Und die Straßen, die Autos, ... und Kölsch klang auch schon so. ;)
Zudem komische Möbel, PERSIL-Tonnen und Armin Maiwald, den Godfather of Maus und Elefant.

"..Punkt sieben Uhr",...das schleicht sich in die Hirnwindungen und man muss aufpassen, dass man es nicht ständig vor sich her summt.




Danke, Maus und Elefant..
Alternativlink zum WDR

Freitag, 15. Juli 2011

"Schau' mal, Hans-Georg, überall diese fetten Menschen!"

Sie war fassungslos auf ihren Sitz gepresst. Hier findet sie es ekelhaft, befand sie.
"..und da, schon wieder dieses fette Schwein. Geht schon zum dritten Mal zum Buffet.", sagte sie, während sie ihren kleinen, schmalen Teller mit gebratener Ente kalt werden ließ.
"Dieses Restaurant ist ja ganz nett, aber das Publikum!", äußerte sie sich in Hans-Georgs Richtung.
"..wie kann man nur SOVIEL fressen? Der Teller läuft ja üüüüüüüüüüber. Das kriegt dieser fettleibige Mensch ja nicht mal ordentlich zum Tisch. Und das ist schon MINDESTENS der dritte Teller!", attestierte sie.
"Aha. Der Fettwanst fiel mir eben auch schon auf,....ja, befüll' ruhig deinen Trog mit gebratenen Nudeln, morgen gibt's ja nichts mehr. E-k-e-l-h-a-f-t!"
Hans-Georg atmete ein. "Ja, du hast recht, Schatz", summte er und wollte sie milde stimmen, "das ist hier alles so ekelerregend."
"Dass sich diese Dicken, nein, diese Fetten den Teller immer so vollmachen. Hauptsache, kein Platz mehr und nicht mehr als nötig bewegen. Und dass sie sich nicht schämen! Da, Hans-Georg, da, diese Dicke in diesem unfassbar häßlichen ... was ist das eigentlich? ... ein Kleidersack? ... das Fett quillt doch schon über die Hose. Mein Gott, ich kann das nicht ertragen!", zischte sie zwischen ihren Lippen hervor.
Die "normalgewichtige" Frau, die auch bereits mehrfach an ihnen vorbei zum Buffet stapfte, fiel ihnen nicht auf.

"Stimmt, Schatz", sprach Hans-Georg und nestelte an seinem dritten Auge auf der Stirn.
"...zum Glück sehen wir nicht so aus.", schnurrte er und streichelte ihren oberhalb des Anus wachsenden Körperfortsatz.

~~~


Dieser Eintrag auf Qype inspirierte mich zu der obigen fiktiven Geschichte:

[Quelle: http://www.qype.com/]


Die Teller der anderen, die Leibesfülle ebenso, ach, wie großartig kann man sich darüber mokieren und dabei vergessen, dass man selbst (und sei es innerlich) nicht schön ist.

EDIT:
Warum ich es schrieb, wie ich es schrieb-
Die Art und Weise über andere, d.h. dicke Menschen zu denken und über sie in einer Restaurant-Kritik zu schreiben, machte mich wütend.
Es ist im Grunde vollkommen irrelevant, wie oft ein anderer Gast seinen Teller befüllt.
Es ist ebenso irrelevant, welche Statur er hat, wie er gekleidet ist.
Es ist egal, wie ich das finde oder darüber denke.
Es ist nicht mein Teller, nicht mein Bauch, nicht meine Kleidung.
ICH muss weder den Tellerinhalt essen noch die Kleidung tragen!
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