Mittwoch, 20. Juli 2011

Latte Art vom Anfänger und weitere Fachsimpeleien

..ihr kennt das - ihr sitzt in einem Café, bestellt einen Cappuccino oder Latte macchiato und der Milchschaum, der auf dem Getränk thront, ist fest, löffelbar, bauschaumig.
Ungefähr so.

Die Kaffee- bzw. Espresso-Enthusiasten (oder auch "Nerds" geschimpft) hassen sowas. ;)
Der Milchschaum sollte mehr einer Creme gleichen, weich, feinporig und man sollte keine Wände damit hochziehen können.
Die Frage, die nun eventuell aufkommt, "Wie bekomme ich denn solchen Schaum hin?" ist berechtigt.
Ich hole ein wenig aus..

Meine persönlichen Anfänge waren mit der Bialetti Dama, einem Herdkännchen.
Aber das Ergebnis ähnelt eher einem Mokka als einem Espresso.
Dann kam anno 2007 eine Senseo für den Kaffee; ich war nie ein Filtermaschinen-Freund und trank eher geringe Mengen, also nie eine ganze Kanne oder mehrere am Tag.
Gerade noch in meinem Archiv gefunden, ich fand sie in der Farbe ja immer schön -


Der Geschmack war ... okay. Ja, sogar lecker je nach Pad. Ich kannte auch nix Anderes. :)
Und nun werkel' ich an einer Siebträgermaschine, einer Faema, die ich bereits vorstellte.
Aber die neue wartet bereits auf ihren Einsatz:






Eine Bezzera Ellisse, eine Gastromaschine aus dem Jahr 1999, komplett unbenutzt, da sie beim gastronomischen Vorbesitzer wider Erwarten nie zum Einsatz kam und zu einem sehr guten Kurs von uns erstanden.
Das Alter ist bei solchen Maschinen relativ - vieles kann man selbst reparieren und ersetzen und diese "Gastrobomber" sind sehr robust und nahezu für die Ewigkeit gemacht.
Momentan steht sie auf dem Wohnzimmerboden, da noch Teile für den Festwasserzugang fehlen.
Ach ja, und es gibt noch eine kleine Handhebelmaschine aus den 60er oder 70er Jahren, eine Arrarex Caravel; hierbei drückt man per Muskelkraft einen Hebel und extrahiert den Espresso:




Diese Maschinen sind für Espressi konzipiert, also für ca. 25-30ml Flüssigkeit für einen einfachen Espresso, unter Druck aus ca. 7-9g Pulver innerhalb von 25-30 Sekunden extrahiert. Bei einem doppelten Espresso verdoppelen sich Kaffeemehlmenge im Sieb als auch Ergebnis in der Tasse, aber nicht die Durchlaufzeit.
Einen "Pott Kaffee" kann man damit nicht machen, also, faktisch schon (statt 25 Sekunden z.B. 1 Minute durchlaufen lassen), aber es schmeckt nicht. Die einzig mir bekannte Option ist das anschließende "Verwässern" des Espressos, d.h. das Hinzufügen von warmem Wasser; nennt sich dann "Americano" und soll noch ganz okay schmecken.
Milchschaum gibt's bei diesen Maschinen quasi "frei Haus" dazu.
Das A und O ist aber bei der ganzen Werkelei eine Mühle, die frische Bohnen fein genug mahlt.(nicht die abgepackten im Supermarkt, die vor Monaten geröstet wurden).
All das ist ein Hobby, eine Leidenschaft und für viele sicher ziemlich bescheuert und übertrieben, ABER man schmeckt einen Unterschied und das ist auch der Grund, warum ich selten bis nie auswärts Espresso & Co. trinke.. ;)

So, genug abgeschweift..

Die ganz, ganz hohe Kunst ist Latte Art.
Und das ist wirklich frustrierend!!!


Erkennt ihr was?
Seht ihr, ich auch nicht.
Irgendeine Mischung aus Furunkel und Pflaume.
Oder hier, sieht aus wie ein menschliches Hinterteil -



Aussehen könnte es z.B. so -> http://www.ashley-spencer.com/ArtIsEverywhere/wp-content/uploads//2008/08/latte.jpg

All das entsteht ohne Schokopulver oder sonstige Tricks, es ist nur Espresso mit Milchschaum.
Ach ja, und Kipptechnik, Gefühl. Übung, Geschwindigkeit..

Kommentare:

  1. Was diese Kunst angeht, bin ich kompletter Laie. Und immer wieder fasziniert wie solch cremiges und optisch schönes Wunderwerk entstehen kann. Zudem es noch grandios schmeckt. :)
    Bisher hat es bei uns nur für eine Cafissimo von Tchibo gereicht:
    http://www.eduscho.at/Cafissimo-Pure-White-p200022708.html

    Den Milchschaum bekomme ich mit dieser Düse nur sehr selten hin, aber er wird mehr cremig als fest. Leider rödelt die Kaffeezubereitung mittlerweile sehr laut, und die Menge an Kaffee kommt auch nicht mehr raus, wie sie sollte. Das ganze entkalken hat nix gebracht, keine Ahnung was da los ist.
    Ich wäre für den Hausgebrauch ja schon von einer DeLonghi angetan. :)

    LG Petra

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  2. Wir sollten mal ein LA-Seminar besuchen, ich bin da auch "etwas" unbeholfen.

    Wenn ich sehe, wie z.B. Barista Sandra im Elbgold (Schanze, HH) mit dem Milchschaum in der Crema zeichnet...

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