Dienstag, 5. Juni 2012

"..noch 'nen Espresso auf's Haus?"

Ich bin spleenig.
Vor wenigen Tagen habe ich es wieder gemerkt.

Beim Essen in einem Restaurant beobachte ich fremde Leute und ihr Tisch- bzw. Gabel- und Messerverhalten.
"I see eating people.."-technisch.
Ob mit offenem oder geschlossenem Mund gekaut und wie die Gabel gehalten wird, ob füllerartig oder mistgabelig, ob der Mund zur Gabel oder die Gabel zum Mund geführt wird.
Ich bin kein Manieren-Nazi, aber nennen wir es Spleen.

Und ich esse nicht im Außenbereich eines Restaurants, höchstens mal Kaffee, Kuchen oder ein Eis.
"Warum?" - zu viele Flugobjekte diverser Art, evtl. Wind (Essen wird dadurch schneller kühl).

Außerdem achte ich auf Feinheiten wie z.B. die kleine Mineralwasserflasche, die am Tisch geöffnet wird oder bereits geöffnet an den Tisch kommt, ob das Bierglas mit dem Logo zum Gast hingestellt wird, ob abgeräumt wird während jemand am Tisch noch isst, etc. pp. .
Und es gibt fast nichts Schlimmeres als den "Espresso oder Schnaps auf's Haus", wenn man Kritik geübt hat - die paar Cents, die den Gastronom ein Espresso kostet, können über fetttriefende Rösti oder ein schwarzgebratenes Steak nicht hinwegtrösten. Da hilft nur ein neues Essen. Oder die S-Klasse des Gastronoms.
Was ein absolutes GehtNicht ist, sind Gastronom-Darsteller, die ihr Personal nicht aufgrund von Fachkenntnis und Umgangsformen einstellen, sondern weil sie total trendy People sind, die immer einen coolen Spruch auf den Lippen haben und irre gut drauf sind, die aber auf der anderen Seite nicht wissen, das z.B. die Gabel links und nicht rechts vom Teller gelegt wird.
Getränk vergessen? Seit 20 Minuten keine Speisekarte? Ach, was soll's, so lange dem Kellner die Sonne aus dem Arsch scheint, ist es doch egal..


Aber ich bin sonst wirklich nett, ... gehe ich fest von aus.

Wie immer und immer bin ich an Meinungen, Marotten & Fisimatenten der wertesten Leserschaft interessiert!


Kommentare:

  1. Interessantes Thema.

    Mir ist das auch immer ein Ärgernis, wenn ich in ein Lokal gehe und der Service vor lauter Coolness nicht einsieht, die Gäste zu bedienen. Und man ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn Zoe jetzt ihren netten Plausch am Tresen mit Jo unterbrechen muss, um diesen Lästlingen da vorne die Karte zu bringen. Inzwischen bin ich da auch konsequent, was *kein* Trinkgeld angeht. Warum sollte ich auch, wenn mir der Kellner nach 30 Min Warten endlich im vorbeirennen einen halbkalten Kaffee hinknallt, der schon 10 Minuten rumstand, weil er noch seinen Facebookstatus auf dem Smartphone aktualisieren musste. Dann hab ichs passend.

    Studentische Aushilfen sind halt billiger als versiertes Servicepersonal. Im ersten Moment. Aber ich frage mich. ob es nicht langfristig teurer ist, durch so einen schlechten Service (der sich auch rumspricht) keinen großen und festen Kundenstamm zu haben?

    Andererseits ist es unglaublich angenehm, einen guten Service zu haben. Ich will ja gar nicht die ganze Zeit umschwänzelt werden, aber ein aufmerksamer, zuvorkommender "Gast-Geber" bleibt einem immer in guter Erinnerung. Und Höflichkeit beim Personal kostet den Chef nichts mehr. Bei sowas muss der Chef oder die Chefin natürlich auch Vorbild sein. Wenn die Führungsperson die Angestellten wie Mist behandelt, kann er kaum erwarten, dass die dann die Gäste mit überschwänglicher Freude begrüßen.

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    1. Sorry, ich bin mal wieder zu spät. Super-Bloggerin, wie man sieht. ;)

      Ja, ich pflichte dir vollkommen bei. Auch die Sache mit den studentischen Aushilfen - sind billig und schnell austauschbar, aber auf lange Sicht können manche Angestellten dem Laden eher schaden.
      Es sei denn, das Publikum legt keinerlei Wert auf nette, umgangsformenstarke Menschen, soll's ja auch geben.

      Was mich zudem sehr nervt sind Gäste, die einen miesen Laden mit "Wenn ihr (anderen) 5-Sterne-Essen/Service haben wollt, dann müsst ihr in ein anderes Lokal gehen!" rechtfertigen.
      Ich finde es gibt auch etwas zwischen "mies" und "5 Sterne" und das strebe ich allzu oft an. :)

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  2. Ist doch Unfug, auch ein "schlichteres" Restaurant, ja selbst eine Pommesbude profitiert davon, wenn die Gäste orgendlich behandelt werden. Beim Dönermann um die Ecke erwarte ich kein Kristallglas und keine handgebügelten Damastservietten und kein serviles Faktotum, das mir die Coladose öffnet, trotzdem freut man sich doch, wenn der Frittenschmied einem die Schindel mit einem netten Wort über den Tresen reicht und man nicht behandelt wird, als ob man die Omma des Wirts gerade mit dem Auto überfahren hätte.

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  3. orgendlich? Sinnwa getz hier bei Herbert Knebel?

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  4. Gräm' dich nicht - ich las eben "Schniedel" statt "Schindel". :P

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  5. Und wie du schon sagtest, eine nette Art kostet nichts. Keinen Cent und jeder kann nur gewinnen - der Wirt, der Kellner und natürlich der Gast, der wiederkommt und ggf. das Lokal empfiehlt.

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