Montag, 18. Oktober 2010

..wenn da auf einmal niemand mehr ist.

Das Herz ist so schwer, so unfassbar schwer, als lägen Steine darauf. Der ganze Brustkorb ist voller Steine, riesige Brocken, die dort liegen und fast die Luft zum Atmen nehmen.
Die Welt dreht sich nicht mehr. Alles steht still. Man schaut hinaus und es tut sich nichts, sämtliches Leben da draußen vor dem Fenster stagniert. Unwirklich. Surreal. Tot.
Der Kopf kann nicht begreifen. Nicht erfassen. Er funktioniert nicht mehr. Es ist ihm nicht möglich diese Erfahrung zu verarbeiten. Als wäre es eine unbekannte Sprache, die er nicht versteht.

Die erste Nacht. Danach. Das wirre Gefühl, dass er jeden Moment anriefe. Da ist. Doch er kommt nicht. Er kann nicht kommen. Es ist dunkel. So dunkel. Man starrt ins Nichts. Dort ist niemand. Dort kann niemand sein. Man hofft, dass man am nächsten Morgen erwacht. Dass das Herz nicht zerbirst vor Irrsinn. Weil es nicht fassen kann, nicht greifen kann, was passiert.
Man betet für eine Nachricht von ihm, einen Anruf, eine SMS, irgendetwas. Warum klingelt es nicht? Warum ist da nichts? Aber er wird nicht anrufen. Er wird sich nicht melden können. Niemals mehr.


(Niemals mehr wird er hier sein.
Niemals mehr wird das Handy aufblinken und eine Nachricht mit seinen Worten übermitteln.
Niemals mehr wird man ihn berühren können.
Niemals mehr wird sein Haustürschlüssel zu hören sein, bevor er die Tür aufschließt.
Niemals mehr wird seine Stimme an mein Ohr dringen.
Niemals mehr...)


[An ein verschüttetes Gefühl, das lang vorbei und doch fühlbar ist]

1 Kommentar:

  1. Ich bekomme einen Kloß im Hals bei diesen Worten. Und kann es leider nachfühlen, anders, aber ähnlich.

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